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Mikrofotografie mit der Pentax K-5

Gelesen haben wir schon viel über Pentax DSLRs, aber wir haben sie noch nie für Mikroskopieanwendungen getestet. Daher dachten wir, dass es ist an der Zeit ist, endlich Testreihen mit Pentax DSLRs zu starten. Wir beginnen mit der K-5, die ja schon länger am Markt ist, und werden dann als nächste die K-5 II angehen. 

Pentax K-5 Frontansicht       Pentax K-5 Rückansicht

Die Pentax K-5 hat eine sehr ästhetische Bauform. Sie ist nicht sehr voluminös, dafür aber schwer (750 g nur Kameragehäuse) und sehr gut verarbeitet. Ihr CMOS-Sensor hat 16 Megapixel. Das Display ist hinreichend groß (3") und gut mittels Vergütung gegen Kratzer geschützt, aber leider fest verbaut. 

Für die Testreihen verwendeten wir das Micros Lotus MCX51. Zum Einsatz am Fototubus kamen dabei der LM DSLRPT Adapter und ein TUSTB. Auf dem Micros Lotus MCX51 verzichteten wir auf die Montage am Okulartubus. Bei anderen Mikroskopen ist es aber selbstverständlich auch möglich, die Pentax K-5 am Okulartubus (mit 30mm Durchmesser) zu montieren (siehe rechtes Bild). Dann benötigt man ebenfalls den LM DSLRPT und zusätzlich einen TUST30S.

                             

Die Pentax K-5 unterstützt auch Objektive ohne CPU, somit sind auch mit dem LM Mikroskopadapter alle Automatikfunktionen, vor allem die Belichtung verfügbar. Die Kamera verfügt auch über einen Live View Modus (Pentax nennt es Echtzeit-Ansicht), den man leider nur für kurze fünf Minuten einstellen kann. Das ist für unsere Anwendungen sehr wenig. Man muss das Live View ständig neu einschalten. Positiv ist allerdings, dass auch die Lupenfunktion im Live View Modus bedient werden kann.

Sehr gut gefallen hat uns auch, dass das Live View Feature auf einem externen Monitor übermittelt via HDMI funktioniert.

HDMI Port für Pentax

Besonders hervorheben muss man den leisen Verschluss der Kamera. Es gibt wirklich keine andere Kamera, die derart leise auslöst. Dennoch muss man in unseren Spezialanwendungen versuchen, jede Vibration und ist sie auch noch so klein, zu reduzieren. Eine weitere Möglichkeit ist die Spiegelvorauslösung. Die Pentax bietet zwei Arten von Aufnahmen mit Spiegelvorauslösung. M.UP: Spiegelvorauslösung mit Auslöser:

und M.UP (mit Symbol kleine Kamera darunter): Aufnahmen mit Spiegelschlag durch Fernbedienung. Dabei öffnet sich der Verschluss sofort nach Betätigung des Auslösers über die Fernbedienung:

Selbstverständlich kann man mit der Pentax K-5 auch  Videos im FullHD-Format aufnehmen. Bis zu 25 Bilder pro Sekunde sind möglich. Komischerweise verwendet Pentax als Videoformat Motion-JPEG, das schon ziemlich veraltert ist. Laut Handbuch sind 25 Minuten Aufnahme möglich, aber in der Praxis zeigt sich, dass die maximale Dateigröße von 4GB schon lange vorher erreicht wird. Bleibt zu hoffen, dass beim Nachfolgemodell ein aktuelleres Videoformat zum Einsatz kommt, sodass längere Aufnahmen möglich sind.

Der ISO-Sensibilitätsbereich ist im Automatikmodus von ISO 100 bis 25.600 verfügbar, wenn man es manuell einstellt, so kann man sogar einen Bereich von ISO 80 bis 51.200 wählen.

Die Bedienung der Pentax K-5 ist ganz auf den ambitionierten Benutzer ausgerichtet. Man kann per Hand individuelle Aufnahmeeinstellungen speichern. 

Die Bildqualität ist sehr gut, das Signal-Rausch-Verhältnis ist ebenfalls hervorragend. Mit der Farbwiedergabe sind wir auch sehr zufrieden. Die Farbtiefe beträgt 42 Bit.

Für das Erstellen von professionellen Fotodokumentationen am Mikroskop ist eine Remote Control Software sehr hilfreich. Leider gibt es diese aus dem Hause Pentax (noch?) nicht. Deshalb schreiben wir dies ganz oben auf unsere Wunschliste an Pentax!

Fazit:

Eine sehr gute Kamera, die wirklich mit ihrer Bildqualität und den vielen Einstellmöglichkeiten besticht. Für die Mikrofotografie würden wir uns aber in jedem Fall noch eine Remote Control Software wünschen und dass die zeitliche Live View Limitierung zumindest auf 30 Minuten angehoben wird. Die Videoaufnahmlänge ist bedingt durch das Videoformat sehr kurz. Das erschwert das Arbeiten, da man häufig entweder Karte wechseln oder Filme herunterladen muss.

15.11.2012