Mikro-Lexikon O-Z

                  Eine kleine Entscheidungshilfe für Anwender von Mikroskopen

 
 
 
Objektivrevolver
Drehbare, gewölbte Scheibe mit darauf befestigten Objektiven für den raschen Objektivwechsel.
Objektträger
Dünne, ca. 1 mm starke, klare, glatt, schlierenfreie Glasplatten mit Maßen 26 mm x 76 mm. Je nach Preis sind die Kanten geschliffen oder, in der billigsten Variante, nur geschnitten.
Okular
Einblickoptik, die dem Auge zugewandt ist. Es gibt einfache Hygens-Okulare und besser korrigierte wie z.B. Weitfeldokulare. Weiters gibt es noch Okulare für Brillenträger mit hoher Austrittspupille, auch High-Point genannt. Auf dem Okular ist neben der Eigenvergrößerung (Maßstabszahl) auch die Sehfeldzahl  in mm angegeben. Sie dient zur Errechnung des Objektfelddurchmessers (siehe Sehfeldzahl) Weiters gibt es noch Okulare mit Zeiger, Fadenkreuz und Mikrometer zum Vermessen von Präparaten.
Phasenkontrast-Beleuchtung
Das Objekt wird mit einem Lichtring beleuchtet, welcher im Objektiv durch eine Ringblende ausgeblendet wird. Dadurch werden nur Objekte kontrastiert, die einen anderen Brechungsindex besitzen. Sie erscheinen grau bis schwarz auf einem blassgrauen Untergrund.
Phasenkontrast-Mikroskop
Mikroskop mit einer lichtoptischem Kontrastmethode zur besseren Untersuchung von durchsichtigen, wenig gefärbten und ungefärbten Objekten.
Planachromate
Objektive achromatisch korrigiert ohne Bildfeldwölbung über das gesamte Sehfeld.
Polarisations-Mikroskop
Beleuchtung des Objektes mit Lichtwellen, die in gleicher Richtung schwingen. Doppelbrechende Objekte leuchten hell bzw. vielfarbig im dunklen Gesichtsfeld auf ( z.B. Kristalle, Haare, Fasern, Mineralien usw.).
Polarisator
Der Polarisator ist ein Filter. Er läßt nur Lichwellen durch, die in einer Ebene schwingen. In der Polarisationsmikroskopie wird er beleuchtungsseitig unter dem Präparat in den Filterhalter des Kondensors eingelegt.
Präparat
Ein mikroskopisches Präparat ist die Voraussetzung zur Beobachtung eines Objektes unter einem Mikroskop. Es besteht im einfachsten Fall aus einem Tropfen Wasser auf einem Objektträger, zugedeckt mit einem Deckglas. Im Tümpelwasser befinden sich meistens kleine Organismen, wie zB. Algen, Wasserflöhe usw., die sofort lebendig beobachtet werden können. Oder man nimmt reines Leitungswasser oder noch besser dest. Wasser vom Supermarkt und verteilt darin Blütenpollen oder Stärkekörner einer angeschnittenen Kartoffelknolle ( mit einem Zahnstocher eine geringe Menge von der Schnittfläche abschaben und im Wassertropfen verrühren) Ein Fliegen- oder ein Spinnenbein von einem toten Tier ist ein genauso lohnendes Objekt. Will man ein Präparat für längere Zeit haltbar machen, stellt man sich ein Dauerpräparat mittels eines Eindeckmittels her (siehe Dauerpräparat).
Präparatklemmen
Federklemmen zum Festhalten von Objektträgern oder anderen flachen Gegenständen wie Blätter, Papier usw.
Refraktometer
Das Refraktometer ist ein Messgerät zur genauen Ermittlung des Brechungsindex, also der Lichtbrechung in Flüssigkeiten, Festkörper und Pulver.
Scheibenblende
Drehbare Scheibe mit unterschiedlichen Bohrungen. Wird bei preisgünstigen Instrumenten anstelle einer Irisblende verwendet.
Schiebehülse
Metallhülse mit Schlitz, in der passgenau eine andere Hülse hin- und herbewegt werden kann.
Sehfeldzahl
Die Sehfeldzahl eines Okulars ergibt durch Division der Maßstabszahl (=Vergrößerung) des Objektives den Durchmesser des überblickenden Objektfeldes (Präparatfeldes) in Millimeter. Beispiel: Ein Okular 10x/ mit einer Sehfeldzahl von 18 mm lässt mit einem 10x Objektiv ein Objektfeld von 1,8 Millimeter überblicken (18:10 = 1,8). Die Sehfeldzahl ist meist neben der Maßstabszahl bei modernen Okularen angegeben zB. Okular 10x/18 mm.
Semiplan-Achromat
Objektive achromatisch korrigiert ohne Bildfeldwölbung bis zu einem Sehfeld von18 mm Durchmesser.
Spektral- Fotometer
Das Spektral-Fotometer wird zur Messung der Transmission, also der Lichtdurchlässigkeit und der Absorption, d.h. Lichtaufnahme, oder der optischen Dichte (OD) von kurzwelligem (UV) bis in den langwelligen Bereich (NIR) für Flüssigkeiten, Festkörper, Gase und Dämpfe eingesetzt.
Stereomikroskop
Mit einem Stereomikroskop kann man kleine und große Objekte, wie z.B. Schmetterlingsschuppen oder einen Tannenzapfen ohne Präparation direkt untersuchen. Die Objekte können durchsichtig oder undurchsichtig sein. Die Vergrößerung reicht von 2- bis 200-fach. Das Bild ist sehr plastisch und ideal auch zur Präparation. Im Gegensatz zum normalen Mikroskop ist das entstandene Bild im Stereomikroskop nicht seitenverkehrt.
Studienmikroskop
Einfaches, preisgünstiges Instrument für einfache Untersuchungen im Schul- und Studienbetrieb. Gute Studienmikroskope haben ein robustes Metallstativ und eine achromatische Normoptik, d.h. man kann es in Zukunft auch ohne Probleme ausbauen. Sie besitzen einen geneigten Beobachtungstubus, Achromatoptik, Weitfeldokulare, einen Kondensor und eine integrierte Beleuchtung. Mit ihnen lassen sich Hellfeld-, einfache Dunkelfeld- und Polarisationuntersuchungen durchführen. Für den Anfang reichen Vergrößerungen von 40x bis 600x vollkommen aus.
Tageslichtfilter
Leichter Blaufilter, passt Kunstlicht an das Tageslicht an. Wird für die visuelle Beobachtung und für die Farbmikrofotografie verwendet.
Tubus
Einblickstutzen eines Mikroskops.
Tubuslänge
Gibt die Länge des Tubus vom Anschlag des Objektivs bis zum Anschlag des Okulars an.
Tubusneigung
Winkel, mit dem der Einblickstutzen geneigt istz.B. 45° oder 30°.
Tungsten-Lampe
220/240 V-Lampe.
Umgekehrtes Mikroskop
Mit einem umgekehrten oder Inversmikroskop kann man mehr oder weniger durchsichtige Objekte, welche sich in kleinen Fläschchen, durchsichtigen Kulturschalen, Tassen oder Petrischalen usw. befinden, untersuchen. Die Gefäße können eine Höhe von max. 30 mm haben. Die Breite und Tiefe der Gefäße sind nicht von besonderer Bedeutung. Das umgekehrte Mikroskop eignet sich ideal für den Umweltschutz, die Untersuchung von Wässern, Flüssigkeiten, Kristallen in Flüssigkeiten, sowie Zellkulturen. Das inverse Mikroskop ist natürlich auch für normale Mikropräparate vorzüglich geeignet. Die Vergrößerung reicht von 20- bis 1000-fach.
Vergrößerung, Endvergrößerung, Gesamtvergrößerung
Die Gesamtvergrößerung ist das Produkt der Okular-und Objektivvergößerung,  z.B. Objektiv 60 x, Okular 10 x also 60 x 10 = 600 x Gesamtvergrößerung oder auch Endvergrößerung genannt. Fälschlicherweise wird oft eine hohe Vergrößerung mit hohem Leistungsvermögen und hoher Qualität gleichgestellt. Dem ist jedoch nicht so. Eine Vergrößerung sollte gerade so hoch sein, um das zu untersuchende Objekt ohne besondere Anstrengung betrachten zu können. Man soll bei dieser optimalen Vergrößerung möglichst viele Einzelheiten erkennen und mit höchstmöglichster Schärfe und Brillanz untersuchen können. Was nützt eine starke Vergrößerung, wenn man dabei zwar eine große Abbildung wahrnimmt, dafür aber weniger sieht und sich alle Feinheiten des Objektes verschwommen und flau-kontrastlos präsentieren? Ein weiterer Vorteil einer schwächeren Vergrößerung liegt auch im wesentlich größeren überblickten Präparatfeld.
Videoadapter 
Der Videoadapter ist das mechanische Übergangsstück vom Mikroskop (mit oder ohne Okular) zur Video- oder Digitalkamera.
Weitfeld, WF
Eine Okular-Optik mit vergrößerter Sehfeldzahl von mindestens 18 mm Durchmesser.
Zahn und Trieb
Höhenverstellung mittels Zahnrad und Zahnstange.
Zentrierfernrohr
Okularähnliches Teleskop zur Beobachtung der hinteren Objektebene z.B. für Phasenkontrast oder Polarisations-Mikroskopie.
Zoom
Durchgehend stufenfreie Veränderung der Vergrößerung.





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