Mikro-Lexikon G-O

                  Eine kleine Übersicht für Anwender von Mikroskopen


Grob/Feintrieb
Scharfstellung der Mikroskopoptik über Zahnrad und Zahnstange. Moderne Geräte bewegen ausschließlich den Objekttisch zur Fokussierung auf und ab.
Großfeld
Okular-Optik mit noch größerem Sehfeld als Weitfeld, von mindestens 22 mm Durchmesser.
Grünfilter
Kontrastfilter für Phasenkontrast und SW-Mikrofotografie, welche rote Farbstrukturen besonders stark hervorheben.
Halogen-Lampe
Niederspannungslampe mit 6 V oder 12 V mit kleiner, sehr heller, homogener Leuchtfläche.
Hellfeldbeleuchtung
Objekt wird mit Licht durchstrahlt und erscheint dunkel auf hellem Hintergrund.
Hellfeldmikroskop
Instrument mit Durch- oder Auflichtbeleuchtung, wobei sich ein heller Bildfeldhintergrund ergibt.
ICS/Unendlich Optik
Modernste Optik, korrigiert auf unendliche Entfernung im mittleren Strahlengang, ermöglicht das Einfügen von Zwischentuben und anderen Teilen ohne zusätzliche Korrektion. Es ergeben sich dadurch besonders universelle Möglichkeiten. Eine Tubuslinse bringt den unendlichen Strahlengang in einem endlichen. Durch die Tubuslinse werden auch die Restfehler des Objektivs beseitigt und ergeben dadurch besonders randscharfe und farbfehlerfreie Abbildungen.
Immersions Dunkelfeldkondensor
Ein mit Öl immergierbarer Dunkelfeld-Kondensor mit höchster optischer Auflösung.
Immersionsöl
Spezialöl für Ölimmersions-Objektive mit genau definierten Eigenschaften wie Viskosität, Brechungsindex und Dispersion.
Inversmikroskop
siehe umgekehrtes Mikroskop.
Irisblende
Veränderliche Blende für Objektiv, Kondensor und Beleuchtung.
Koaxialtrieb
Auf einer Achse liegender Grob- u. Feintrieb.
Köhlersche Beleuchtung
Beleuchtungsverfahren nach Köhler. Sie ist derzeit die beste Beleuchtungsmethode und sorgt für Kontraststeigerung sowie für die  Kontrastierung von Feinstrukturen. Dabei wird die Beleuchtungsblende in die Präparatebene abgebildet. Praktisch geschieht dies, indem man ein schwaches Objektiv z.B. ein 10faches einschwenkt und auf ein Präparat scharfstellt. Danach zieht man die Beleuchtungsblende zusammen und fokussiert diese durch Auf- oder Absenken des Kondensors in das Sehfeld, in dem auch das Präparat scharf abgebildet ist. Nun wird die Beleuchtungs-Irisblende wieder soweit geöffnet, dass sie nicht mehr im Sehfeld sichtbar ist. Als letztes wird noch ein Okular aus dem Tubus genommen, in den leeren Tubus geblickt und die Kondensor-Irisblende bis auf 2/3 des Tubusbildes geschlossen. Nach Einsetzen des herausgenommenen Okulars ist die Beleuchtung optimiert, also geköhlert und es kann mikroskopiert werden.
Kondensor
Optischer Lichtsammler, konzentriert das Licht in die Präparatebene.
Kondensoririsblende
Veränderliche Blende für den Kondensor. Durch das Abblenden des Kondensors wird zwar der Kontrast erhöht, aber gleichzeitig die Auflösung reduziert. 
Kontrastiermethoden
Viele ungefärbte mikroskopische  Objekte sind ohne spezielle Kontrastiermethoden nicht oder nicht im ausreichenden Maße zu beobachten. Man unterscheidet daher folgende moderne optische Kontrastiermethoden wie z.B.Interferenzkontrast, Phasenkontrast, Polarisation, Fluoreszenzmethoden, Dunkelfeld, Rheinbergbeleuchtung, Schräglicht, Schlierenverfahren usw.
Kreuztisch
Beweglicher mechanischer Tisch mit Zahn, Trieb und Schwalbenschwanz-Kugellagern. Dient zur exakten Bewegung des Mikropräparates auf dem Mikroskoptisch.
Labormikroskop
Robuste Geräte für den rauen Laboralltag. liegen preislich in der Mittelklasse.
Lichtmikroskop
Mikroskop mit Objektbeleuchtung durch sichtbares Licht (im Gegensatz zum Elektronen-, Röntgen- oder Rastermikroskop). Eine Grenzstellung nimmt das SNOM ein, welches ein „Scannendes Nahfeld-Optisches-Mikroskop“, also einen Hybriden aus Raster- und Lichtmikroskop darstellt. 
Makroskop
Erschließt den Nahfeld- und Makrobereich. Der Abbildungsbereich reicht von einer schwachen Verkleinerung bis zur schwachen Vergrößerung von ca. 0,5 bis 5fach. Meistens Kombinationen von Foto-, Video- oder Digitalkameras mit spezieller Makrooptik. Danach schließt sich vergrößerungsmäßig nahtlos das Stereomikroskop und danach das Mikroskop an.
Metallurgisches Mikroskop
Das Metall-Mikroskop ist ein umgekehrtes Auflicht-Mikroskop. Damit werden undurchsichtige Materialen wie Metalle, Kunststoffe, Keramiken, Holz usw. untersucht. Es ist daher ein optimales Gerät für die Materialwissenschaften. Im Prinzip eignen sich alle wenig- oder nichttransparenten Objekte zur Untersuchung, da sie mit Auflicht bestrahlt werden. Die Vergrößerung liegt bei 20- bis 1000fach.
Mikro-Fotografie-Einrichtung
Auf den Fototubus aufsetzbarer Verbindungsteil zwischen Mikroskop und Kamera. Ist meistens mit einem Kontrollokular versehen. Die Mikro-Fotografieeinrichtung beinhaltet ein spezielles Fotookular und ein universelles Übergangsstück, auch T-Mount genannt, zum Befestigen der Kamera an den Verbindungsteil.
Mikrometerokular
Das Mikrometerokular ist ein Spezialokular mit fokussierbarer Augenlinse und integrierter Messstrichplatte zum Vermessen von Präparaten.
Mikro-Präparate
Mikroskopische Präparate werden normalerweise in einer Flüssigkeit untersucht, sofern sie nicht selbst flüssig sind. Dazu wird für zeitweilige Untersuchungen meist Wasser als Untersuchungsflüssigkeit genommen. Im einfachsten Fall wird ein Tropfen Tümpelwasser zwischen Objektträger und Deckglas gegeben. Genauso werden andere Frischpräparate hergestellt (Hefe, Zahnschleim, Haare usw.) Da Wasser aber rasch verdunstet, hält das Präparat nur sehr kurz. Um dies zu verhindern kann man das Deckglas mit Öl, geschmolzenem Wachs oder mit Nagellack umrahmen und versiegeln. Oder es wird ein Eindeckmittel verwendet und ein Dauerpräparat hergestellt. Eindeckmittel sind klare, viskose Lösungen, die nach kurzer Zeit erstarren und so das Präparat für lange Zeit haltbar machen. So kann man seine wertvollen Präparate als Dauerpräparate noch nach Jahren in der ursprünglichen Qualität und Brillanz betrachten.
Mikroskop
Mit einem normalen Durchlichtmikroskop beobachtet man durchsichtige Präparate, die sich normalerweise auf einem Objektträger befinden. Die zu untersuchenden Objekte sind mit freiem Auge klein bis unsichtbar. Die Vergrößerung reicht von ca. 20fach bis zu 1000fach.
Monokular-Tubus
Einblickstutzen für die visuelle Beobachtung mit einem Auge.
Numerische Apertur (NA)
Die numerische Apertur gibt über die Auflösungskraft einer Optik Auskunft. Der Wert ist bei den Mikroskopobjektiven neben der Maßstabszahl eingraviert (z.B. 40x/0.60) Die Gesamtvergrößerung sollte das 500fache nicht unter- und das 1000fache der numerischen Apertur nicht überschreiten (z.B. bei NA 0,60 sollte die Mindestvergrößerung 300fach sein oder max. bei 600 fach liegen).
Objekthalter für Stereomikroskope
Eine Art Krokodilklemme, welche drehbar und schiebbar zur Untersuchung von kleinen Objekten, wie z.B. Steinchen, Käfer, Insekten usw. in der Gemnologie und Biologie verwendet wird.
Objektiv
Optik, die dem Objekt zugewandt ist. Objektive sind das Herzstück eines Mikroskops. Viele Eigenschaften des mikroskopischen Bildes hängen von ihnen ab, wie z.b. Auflösung, Planizität, Farbkorrektur, Verzeichnungsfreiheit. Es gibt achromatische, semiplanachromatische, planachromatische, und planapochromatische Objektive. Auf der Objektiv-Hülse sind vier Zahlengruppen eingraviert: die Eigenvergrößerung (Maßstabszahl x), die numerische Apertur(n.A.), darunter die Tubuslänge (in mm) und schließlich die Deckglasdicke (d)





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