Kompaktkameras und
Camcorder am Mikroskop
Digitale Spiegelreflex
Kameras sind einfach besser!
Den Kompakt-Kameras ist eines
gemeinsam: Das Objektiv ist im Kamerakörper fest integriert und kann
nicht entfernt werden. Bei digitalen Spiegelreflexkameras (DSLR) ist das
Objektiv über ein Bajonett mit dem Kamerakörper verbunden. In der
Mikroskopie ist das von Vorteil, wenn der Mikroskop- Adapter das Bild
direkt auf den Kamerasensor projizieren kann. Der Adapter dient als
mechanische und optische Anpassung zwischen dem Mikroskop und der
Kamera. Kompaktkameras und Camcorder sind primär für die Fotografie
von Gegenständen und Personen konzipiert und nicht für den Einsatz
am Mikroskop. Das Objektiv ermöglicht eine scharfe Abbildung von
Objekten in unterschiedlichen Abständen. Bei dieser Art der
Fotografie ist es von Vorteil wenn das Objektiv möglichst lichtstark
ist. Dies wird durch Verwendung von großen Linsenelementen erreicht,
die viel Licht einfangen. Das größte Problem beim Einsatz am
Mikroskop stellen moderne Zoomobjektive dar. Jedes Jahr wird der
Zoombereich vergrößert und Objektive aufwendiger konstruiert. Durch
die große Anzahl von sphärischen und asphärischen Linsen im
Objektiv kommt es zu einer starken Reduktion der Bildqualität in
Zusammenhang mit anderen optischen Instrumenten. Beim Einsatz am
Mikroskop ist das Objektiv überfordert, da es für diesen Einsatz
nicht konzipiert worden ist. Die Folge sind eine Reihe von
Bildfehlern wie z.B. Unschärfen am Bildrand, flaue Farben und
Vignettierung (Randabschattung). Optimal wäre das Objektiv ganz zu
entfernen, aber das ist leider ohne Zerstörung des Gehäuses bei
Kompaktkameras nicht möglich. Ein Mikroskop Adapter für
Kompaktkameras hat hauptsächlich die Funktion die negativen
Eigenschaften des Kameraobjektivs zu reduzieren und das
mikroskopische Bild auf den Sensor zu projizieren. Bei manchen
Kameras funktioniert das ganz gut, bei anderen weniger.

Bei allen
Kompaktkameras muss aber in hoher Zoomstellung, also Teleposition, im
Extremfall im Digitalzoom-Modus gearbeitet werden. Durch das starke
Zoomen wird zugleich auch der Bildausschnitt kleiner. Häufig beträgt
die Fläche des Fotos 25-40% des sichtbaren Bildes vom Okular.
Im Einzelfall kann es auch zu einer
leichten Vignettierung am Bildrand kommen. Nur durch Verwendung des
Digitalzooms oder von Bildberarbeitungsprogrammen kann das Foto von
den unerwünschten schwarzen Rändern befreit werden.
Sollten die Fotos mit Hilfe einer
Software vermessen werden, ist eine Kalibrierung nur schwer möglich.
Da sich der Vergrößerungsfaktor mit der Zoomstellung ändert, ist
ein exaktes Kalibrieren nur schwer möglich. Bei jedem Ein- und
Ausschalten bewegt sich das Objektiv, sodass eine neue Kalibrierung
notwendig wird.
Weiters unterscheiden sich
Kompaktkameras in folgenden Punkten:
- Verwendung kleiner Bildsensoren
mit geringeren Signalrauschabstand. Die Sensorgröße bestimmt stark
den Preis der Kamera
- Geringere Bildpunkteanzahl
- Umständliche Bedingungsführung
über ein Menü. Je weniger bewegliche Teile eine Kamera besitzt,
desto günstiger kann sie hergestellt werden
Im den letzten Jahren wird der Abstand
der Leistungsfähigkeit zwischen Kompaktkameras und digitalen
Spiegelreflexkameras immer größer.
Auch die Preise der Kameras sinken
ständig, aber besonders stark ist der Preisverfall bei
Kompaktkameras zu sehen. Neue leistungsfähige Technologien die eine
Verbesserung der Bildqualität bringen, werden meist nur bei den
Spitzenmodellen von Spiegelreflexkameras eingesetzt. Aber auch neue
Einsteigermodelle ab 300 Euro oder gebrauchte DSLR's ab Baujahr 2002
sind sehr gut für die Mikroskopie geeignet. Eine Auflistung von
Digitalkameras nach Eignung in der Mikroskopie finden Sie auf unsere
Homepage unter: Welche digitale Kamera funktioniert am besten am Mikroskop?
Fazit: Im professionellen Bereich
raten wir von der Verwendung von Kompaktkameras in der
Mikrofotografie ab. Wer ernsthaft Fotos am Mikroskop machen will,
sollte nicht bei der Kamera sparen. Digitale Spiegelreflexkameras
sind in allen Bereichen den Kompaktkameras überlegen.
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