Das Halbbildverfahren (auch "Zeilensprungverfahren",
engl. "interlaced"- Methode)


Verwendung von DV Camcordern und Digitalkameras mit LM Digital Adapter in der Mikroskopie


Fernseh- und Videomonitore werden mit einen Pal Signal angesteuert.welches aus 625 Zeilen besteht, von denen jedoch nur 576 Bildinformationen enthalten. Um einen flüssigen Bildeindruck zu erhalten, braucht man mindestens 16 Bilder pro Sekunde. In der Fernsehtechnik werden 25 Bilder übertragen. Wegen der einfacheren technischen Realisierung entschied man sich früher, immer nur das Halbbild am Bildschirm anzuzeigen, d.h. das menschliche Auge bekommt 50 x in der Sekunde ein halbes Bild präsentiert. Die jeweiligen Hälften verschmelzen durch das Nachleuchten der Bildpunkte zu einen vollständigen Bild.


Computermonitore  arbeiten nicht mit der Halbbildtechnik, sondern stellen immer das Vollbild dar.
Beispiel Auflösung 1024x 788  mit 60 Hz: Der Bildschirm zeigt 60 mal pro Sekunde das ganze Bild an und keine Halbbilder.

Moderne Camcorder müssen, um den Kunden gerecht zu werden, sowohl die Bildinformation für Fernsehmonitore (Pal Halbbilder) aufbereiten als auch die Videoinformation über einen digitalen Ausgang Firewire IE 1934 ausgeben können. Abhängig von der Aufnahmeart am Magnetband sind Camcorder für die eine oder andere Ausgabeart schlechter oder besser geeignet. Bei manchen Camcorder-Modellen ist es möglich, 50 Vollbilder auf Band abzuspeichern. Dieser Modus wäre optimal für die Weiterverarbeitung am Computer und für die Präsentation am Computerbildschirm. Steht dieser Modus nicht zur Verfügung, so hat man zwei Möglichkeiten, um die störenden Effekte zu reduzieren:


1. Verwerfen eines Halbbildes wie zum Beispiel bei der Vorschau im Schnittprogramm Pinnacle Studio7


2 Verwendung einens Deinterlacing Filters
 Hier werden durch einen Softwarealgorithmus die entstehenden Halbbildartefakte auf ein Minimum reduziert.


Die DV Camcorder, z.b der Sony PC 120, übertragen Videodaten über die Firewire-Schnittstelle mit 25 Vollbildern bei einer Auflösung von 720 x 576 mit 3.6 MB pro Sekunde. Schaut man sich das abgespeicherte AVI File in voller Auflösung an, ist man über die schlechte Bildqualität verwundert und enttäuscht. Die schlechte Bildqualität entsteht, weil der Camcorder die ursprünglichen 50 Halbbilder pro Sekunde zu 25 Vollbildern pro Sekunde umwandelt. Das Vollbild besteht in diesem Fall also aus zwei addierten Halbbildern. Die  Qualität ist  umso schlechter, je schneller eine Bildänderung erfolgt ist.
Moderne Schnittprogramme umgehen diesen Effekt in der Vorschau, indem sie immer nur ein Halbbild anzeigen. Wird der Film nur computerbearbeitet und dann wieder auf Band zurück geschrieben, braucht man sich um das Deinterlacing meist keine Gedanken zu machen. Bei der Präsentation vom DV-Band wird der Monitor mit 50 Halbbildern angesteuert und und die Bildung von Artefakten unterbleibt. Speichert man das Projekt am Computer (Festplatte, CD) in voller Qualität ab und will es auch am Computermonitor vorführen, muss das Video mit einem Deinterlacing Filter bearbeitet werden.

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